Meerschweinchen aus der Kanalstadt Datteln


Krankheiten

Zähne

Da Meerschweinchen Nagetiere sind, haben sie Zähne, die ständig wachsen und entsprechend abgenutzt werden müssen.
Man sollte seinen Meerschweinchen deshalb ab und zu ins Maul schauen und seine Zähne kontrollieren. Wenn man dem Tier vorsichtig mit Daumen und Zeigefinger das Maul öffnet, sind die Schneidezähne gut zu erkennen. Es kommt vor, dass einzelne Schneidezähne abbrechen. Das ist nicht weiter schlimm, denn sie wachsen ja wieder nach. Wenn das Tier dadurch Probleme beim Fressen hat, kann man ihm vorübergehend Futter geben, bei dem ein Abbeißen mit den Schneidezähnen nicht nötig ist, z.B. geriebene Äpfel und Möhren. Falls die oberen Schneidezähne vollkommen abgebrochen sind, kann man nicht zu hartes Obst oder Gemüse in kleine Stückchen schneiden und dem Meerschweinchen ins Maul schieben. Vorsichtshalber sollte aber ein Tierarzt aufgesucht werden, da es manchmal nötig ist, den gegenüberliegenden Zahn kürzen zu lassen, weil er durch den fehlenden Gegenbiss zu lang wird und das Tier behindert.


Fehlstellungen der Zähne und/oder mangelnde Abnutzung können dazu führen, dass die Schneidezähne zu lang werden, das Tier nicht mehr richtig fressen kann und es zu Verletzungen des Zahnfleisches kommt. Solche Zähne müssen vom Tierarzt regelmäßig gekürzt werden. Schief abgenutzte Schneidezähne können auch ein Hinweis auf Probleme mit den Backenzähnen sein, ebenso wie starker Speichelfluss aus den Mundwinkeln, der zu nassen Hals- und Brustpartien führt. Die Backenzähne sind ohne Hilfsmittel nicht so leicht zu erkennen, sie müssen also vom Tierarzt untersucht werden. Es können sich scharfe Kanten bilden, die beim Fressen behindern und die Mundschleimhaut verletzen. Durch Fehlstellungen und/oder mangelde Anutzung kann es zu übermäßigen Wachstum kommen, bis hin zu einer Brückenbildung, bei der sich die rechten und linken Backenzähne in der Mitte berühren und im Fall des Unterkiefers auch die Zunge in ihrer Funktion behindern. In so einem Fall müssen die Zähne vom Tierarzt regelmaßig gekürzt werden.

Allerdings sind Zahnfehlstellungen bei Meerschweinchen fast niemals angeboren. Sie entstehen durch die Fütterung von zu weichem Futter wie Gurke und Salat in größeren Mengen. Wird dem Meerschweinchen zu viel von diesem -für das Schweinchen sehr leckeren- Futter angeboten, frisst es entsprechend weniger Heu. Durch den Verzehr von Heu in großen Mengen und das ständige Kauen nutzen sich jedoch die Zähne optimal ab. Daher sollte man seine Meerschweinchen überwiegend mit Heu und Möhren füttern und das übrige Saftfutter als Leckerlie ansehen.

 

Augen

Die Augen des Meerschweinchens sollten klar sein. Starker Tränenfluss oder Ausfluss von zähem Sekret können auf eine Krankheit hinweisen. Durch Zugluft können Bindehautentzündungen auftreten. Die Augen tränen und röten sich. In schweren Fällen können sie auch zuschwellen. Tränt ein Auge sehr stark und wird von dem Tier zugenkniffen, kann es sein, dass die Hornhaut verletzt ist, z.B. durch einen Heuhalm. Es ist wichtig, dass eine solche Verletzung möglichst schnell mit einer Augensalbe (vom Tierarzt) behandelt wird, da es sonst zu einer Infektion der Hornhautkommen kann und das Tier auf dem Auge blind werden könnte. Außerdem sind solche Augenkrankheiten auch für das Meerschweinchen schmerzhaft, so dass man schon aus diesem Grund möglichst schnell etwas dagegen unternehmen sollte. Bei Ausfluss von Sekret aus Auge und Nase ist auch an eine Erkältung zu denken. Ist das Allgemeinbefinden zusätzlich schlecht (Lustlosigkeit, Appetitlosigkeit) sollte man auf jeden Fall einen Tierarzt aufsuchen, da Meerschweinchen leicht eine Lungenentzündung bekommen können.

 

Das Fell

Hat das Meerschweinchen kahle Stellen (kahle Stellen hinter den Ohren sind normal) und/oder kratzt sich häufig, kann dies ein Hinweis auf Prasitenbefall sein. Auch ohne solche Anzeichen solle man sich das Fell des Tieres regelmaßig genau ansehen. Hierzu streicht man die Haare beiseite, so dass man bis auf die Haut sehen kann und geht so systematisch das gesamte Fell durch. Befinden sich kleine Punkte im Fell, kann es sich dabei auch um Pelzmilben handeln. Sie beeinträchtigen das Meerscheinchen in der Regel nicht und sind durch Baden oder mit Flohpuder leicht zu beseitigen. Kahle Stellen und/oder Verkrustungen der Haut deuten auf einen Befall mit Räudemilben hin. Auch Sie können zu starkem Juckreiz führen. Da sie in den oberen Hautschichten leben, sind sie nicht zu erkennen. Eine genaue Diagnose kann daher nur der Tierarzt durch eine mikroskopische Untersuchung stellen. Zur Behandlung kann Ivomec entweder durch den Tierarzt injiziert werden, oral verabreicht oder ins Fell geträufelt werden. Schonender für das Meerschwein ist allerdings eine Behandlung mit Stronghold, welches auf den Kopf aufgeträufelt wird. Da diese Mittel die Eier der Parasiten nicht abtöten, muss die Behandlung wiederholt werden.

Meist kreisrunde, kahle Stellen, teilweise mit erhabenen Rand oder Schorf (durch den Juckreiz vom Meerschweinchen aufgekratzt) deuten aber meist auf einen Pilzbefall hin. Behandeln kann man diese Stellen durch Auftragen eines Antimykotikums wie z.B. Canesten oder Fungizid auf die befallenen Stellen oder am besten Lamisil once. Diese wird zwei Mal im Abstand von ca. 10-14 Tagen aufgetragen. Die anderen Salben werden ein- bis zweimal täglich auf die betroffenen Stellen aufgetragen bis wieder Fell auf den Stellen wächst. Hat man viele Meerschweinchen, kann man alle Tiere bei Pilzbefall in einem Bad aus Imaverol (nach Packungsanweisung verdünnen) baden. Danach werden die befallenen Stellen täglich mit dem verdünnten Imaverol besprüht bzw. betupft bis wieder Haare auf der Stelle zu wachsen beginnen. Ein Meerschweinchen, welches nicht augenscheinlich erkrankt ist, kann trotzdem Überträger der Pilzsporen sein. Die Pilzsporen können sich im Fell bis zu einem Jahr halten und führen nur bei einer Schwächung des Immunsystems zu einer Erkrankung oder Übertragung an andere Tiere, deren Immunsystem z.Zt. geschwächt ist.
Vorsicht bei der Behandlung von Pilzen ist geboten, da Hautpilze auch für den Menschen ansteckend sein können.

Auch kann das Meerschweinchen unter Haarlingen leiden, die z.B. mit dem Heu oder durch den Kontakt mit anderen Tieren eingeschleppt werden können. Haarlinge sitzten besonders gern in der Region um Augen und Ohren des Meerschweinchens. Es sind flinke, mit bloßem Auge erkennbare Tiere, die sich frei im Fell bewegen. Ihre Eier (Nissen) kleben sie an einzelne Haare, wo sie wie kleine Punkte auch mit bloßem Auge zu erkennen sind. Die Behandlung erfolgt einfach durch gängige Flohpuder oder durch Aufträufeln von Ivomec auf das Fell. Die Parasiten werden sofort getötet, nicht jedoch die Eier. Es ist daher auch hier wichtig, die Behandlung zu wiederholen.

Eine weitere Ursache von kahlen Stellen bei weiblichen Meerschweinchen können Eierstockzysten sein. Sie beeinträchtigen das Tier meistens nicht. Wenn sie aber sehr groß werden und auf andere Organe drücken, mussen sie entweder operativ entfernt oder eine Hormonbehandlung durchgeführt werden. Es wurde festgestellt, dass Weibchen, die dauerhaft mit einem Kastraten (kein Frühkastrat) zusammenleben, deutlich weniger bis gar nicht an Eierstockzysten leiden.

 

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